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KULTUR in Cádiz

Selbstverständlich steht das Naturerlebnis in Cádiz an erster Stelle, aber die Ecke ist nun mal seit der Steinzeit ununterbrochen besiedelt und das von den unterschiedlichsten Kulturen. Das hinterlässt viel Geschichte und viele Traditionen. Und natürlich auch darüber wollen wir wenigstens in kurzer Form berichten.

 

Land und Leute kennenzulernen und zu respektieren ist untrennbar mit dem Konzept eines nachhaltigen Tourismus verbunden. Dazu gehören auch die Ferias (Volksfeste), Romerias (Walfahrten), Wein, Tanz und Gesang, viele „alte Steine“ und natürlich auch die Landwirt-schaft die gerade hier in Cádiz noch einen hohen Stellenwert hat und Arbeitsplätze schafft.

Im Folgenden machen wir einen kleinen Rundgang durch das Jahr, um aus dem riesigen Kulturangebot ein paar Rosinen heraus zu picken.

Einen Überblick über die „alten Steine“ der Hauptstadt Cádiz veschafft man sich am besten vom Torre Tavira, dem Turm der auf dem höchsten Punkt der Stadt steht und einst dazu diente den Schiffsverkehr im Hafen zu kontrollieren. Er birgt ein kleines Geheimnis. Im obersten Stockwerk befindet sich eine Dunkelkammer, ein Rohr und etwas das aussieht wie eine Parabolantenne. Das Rohr ist ein Fernrohr, das in etwa wie bei einem U-Boot funktio-niert. Die „Parabolantenne“ ist der Bildschirm. Hier kann man die ganze Stadt Detail von oben betrachten und das live. So spart man sich fast den Stadtrundgang.

Es empfiehlt sich aber auch in den Untergrund zu steigen. Da gelangt man sogar bis auf das phönizische Strassenniveau von vor fast 3000 Jahren oder zu einer römischen Thunfischfabrik.

 

Auch ein Besuch der alten Werft - heute ein Museum auf der anderen Seite der Bucht in Puerto Real ist eine Bereicherung. Das Museum del Dique und der Platz eignen sich zudem für grosse Events. Schiffbau war in der Geschichte einer der treibenden Motoren von Cádiz und ist auch heute noch nicht ganz unwichtig.

Ein wichtiger Teil der Kultur der Hauptstadt ist der Karneval. Ein Aspekt, der den meissten Besuchern aus dem Ausland völlig unbekannt ist. Hunderte von kleinen und grösseren Chören ziehen dann singend durch die Altstadt und es gibt sogar einen grossen Wettbe-werb im imposanten Falla-Theater. Das ganze Jahr hindurch wird darauf hingearbeitet. Die Texte sind sehr politisch. So politisch, dass Franco seinerzeit der Stadt verbot Karneval zu feiern. Heute geht das wieder. Selbst wenn man die Texte nicht versteht, die aufwendige, lustigen und fantasievollen Kostüme sind sehenswert. Und die ganze Stadt feiert den wichtigsten Karneval des Landes mit allergrösster Hingabe. Und man scheut sich auch nicht gleich mit einem ganzen Balkon durch die Stadt zu laufen.

Der Karneval von Cádiz ist quasi nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer noch häufig religös geprägter Festivitäten. Bald darauf folgt die Semana Santa - die heilige Woche bzw. die Karwoche. Dieses Event ist in Spanien noch wichtiger als Weihnachten und die, meist nächtlichen, Oster-Prozessionen ziehen Besucher aus dem In- und Ausland an. Die Inbrunst mit der dieses Fest zelebriert wird ist beindruckend, besonders vor dem Hintergrund, dass man den Spaniern den Rest des Jahres über, eher wenig von ihrem religiösen Eifer anmerkt. Besonders spannend wird es in den engen Gassen der weissen Dörfer. In Arcos oder in Vejer fühlt man sich dabei fast ins Mittelalter zurückversetzt.

Kurz nach Ostern startet dann die Feria Saison. Die bunten Volksfeste auf denen die Damen mit ihren fröhlichen Flamenco-Kleidern und die Caballeros im festlichen Anzug erst Schau-laufen oder Schaureiten und dann bis in die Morgenstunden tanzen und feiern. Eine der schönsten und eindrucksvollsten Ferias ist die Feria del Caballo. Sie ist dem Pferd gewidmet und findet jedes Jahr Anfang Mai in Jerez statt. Getanzt wird natürlich Flamenco. Bulerias, Sevillanas, Rumbas.... Auch Gruppen werden extra dafür von den Besitzern der Zelte enga-giert. Den Rest des Jahres treten diese Gruppen in den peñas - den Flamencovereinen - oder auf einer Showbühne auf. Den sogenannten Tablaos. Flamenco ist eine Kunst, wie Ballett oder Stepptanz und die meissten Tablaos sind nicht für Touristen entstanden. Der Auftritt auf einem Tablao ist harte Arbeit und muss lange trainiert werden. Der Besuch einer solchen Vorführung in der Hauptsatdt oder in Jerez – in der Wiege des Flamenco – kann zu einem beindruckenden Erlebnis werden. Viele der Künstler sind weit gereist und treten sogar in Tokio oder New York auf. Aber es werden auch Events und Touren angeboten die sich intensiv mit dieser Kunst beschäftigen.

Ist die Feria vorbei, kommt Pfingsten und damit die grösste Walfahrt Spaniens. Es ist ein beindruckendes Schauspiel, wenn die Pilger – natürlich auch in Flamenchotracht und mit viel Musik – in Sanlucar in ihren bunt geschmückten Ochsenkarren auf der Fähre über den grossen Fluss setzen. Ist man schonmal im Städtchen, kann man auch der Burg und dem Palast einen Besuch abstatten. Einst wichtiges und hart umkämpftes Grenzgebiet sind in der Provinz viele Burgen zu finden. Eines der Ziele mit dem grössten Spassfaktor ist ganz bestimmt die die Burg auf der Insel von Sancti Petri. Auf die Insel kommt man mit dem Auflugsboot oder aber auch mit dem Kajak. Im Sommer ein riesen Spass für die ganze Familie.

Was wäre die Provinz ohne die Landwirtschaft? Die grössten Latifundien Europas befinden sich hier. Cádiz ist Land der Grossgrundbesitzer. Weitläufige Weiden mit Rinderherden beherrschen die Landschaft der ausgedehnten Niederungen zwischen Küste und Gebirge. Im Frühling sind sie übersät mit bunten Blumenteppichen. Im Sommer gleichen sie trockenen Steppen und sind besonders eindrucksvoll. Vielleicht, weil man sich wundert, dass die einheimischen Rinder dort immer noch etwas zu Fressen finden.  Das Land an der Küste ist eher geprägt von Obst- und Gemüseanbau. Zwischen dem Fluss Barbate und der Lagune La Janda bzw. in der Lagune befinden sich reichlich Reissfelder und im Gebirge erfreuen zahlreiche Schaf und Ziegenherden die Wanderer. Manche Gutsherren laden ein das Gut, das Land und die Tiere zu besichtigen. Einige davon, wie z. B. die Zucht von "Torrestrella"  liegen entlang der Route der Stiere bei Medina Sidonia.

 

 

Kommt der Herbst – kommt auch die Route der Tapas, die mit Retinto-Rindfleisch kreiert werden. Zum Beispiel in Zahara de los Atunes. Die leckersten werden prämiert und die Resaturants und Tapas-Bars bemühen sich jedes Jahr auf´s neue sich gegenseitig zu übertrumpfen. Der verwöhnte Gaumen dankt es. Daher sollte man auch die Thunfisch Tapas Route und die Gemüse Tapas Route im Frühsommer in Conil nicht versäumen. Auch andere Dörfer ziehen langsam nach und es werden immer mehr. Wer hat gesagt das Schlaraffenland gibt es nicht?

Im Dezember, wenn Weihnachten naht, wird es auch in Cádiz süss. Die Konditoreien ver-senden ihre Leckereien in die ganze Welt. Selbst abholen macht natürlich mehr Spass. Der Dezember ist erstaunlich warm und selbst an Heilig Abend  - natürlich tagsüber – kann man noch Strandspaziergänge in der wärmenden Sonne geniessen und auch viele Wanderungen machen. An den Wochenenden wird es besonders in den Dörfern  in den Bergen, aber auch in Jerez interessant. Dann werden sogenannte "Belenes Vivientes" veran-staltet - lebendige Krippen mit Menschen und Tieren. Josef und Maria, Schafe, ein Esel ......

Auf öffentlichen Plätzen wird das nachgestellt, was in jener Nacht in Betlehem nach der Geburt des Jesuskinds passiert ist. Nicht nur für die Kleinen der Familie ein Vergnügen und eben auch eine gute Gelegenheit, sich für die Feiertage mit den köstlichen Süssigkeiten der Nonnen und Konditoren einen Vorrat anzulegen. Neben dem milden Klima, ist das natürlich auch ein wunderbares Argument für einen Kurzurlaub im Dezember. Der kann gerne auch etwas länger ausfallen. Immer mehr Familien verbringen Weihnachten und den Jahres-wechsel im Süden um an den weiten Stränden noch etwas Sonne für den Winter zu tanken.

 

Passend zum Thema Jahreswechsel, ist ein Besuch im "Palast der Zeit", der mit einer beein-druckenden Sammlung historischer Uhren aufwartet, aber auch reichlich Platz für Kon-gresse oder andere Events bietet. Überhaupt ​gibt es in der Provinz einen Haufen Möglich-keiten für Indoor-Aktivitäten. Ganz besondere Gemäldesammlungen, gibt es übrigens nicht nur im Museum zu bestaunen sondern sogar in der ein oder anderen Bodega.  Wer mehr über Kultur in Cádiz erfahren möchte und wie man diese im Bereich MICE in eine gelungene Insentive-Reise oder Präsentation einbindet, kann sich auf deutsch beraten lassen. 

Redaktion Heike Mai 

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