CADIZ im Überblick

Cádiz ist eine von acht Provinzen der Autonomen Region Andalusien. So ziemlich alle Klischees und Symbole, die man mit Spanien in Verbindung bringt, kommen übrigens aus Andalusien. Der Flamenco, die Tapas, der riesige Stier, auf den man fast überall in Spanien trifft und natürlich die Sonne. Naja, fast jedenfalls. Die Costa de la Luz, die sich über die Provinzen Huelva und Cadiz erstreckt, hat zumindest mehr Sonnenstunden zu bieten als irgendeine andere Region in Europa – Kanaren inklusive.

 

Andalusien ist ein klein wenig grösser als Österreich und hat in etwa so viele Einwohner. Etwas über 8 Millionen. Hauptstadt ist Sevilla. Mit 700.000 Einwohnern ist sie nach Madrid, Barcelona und Valencia die viertgrösste Stadt Spaniens.

 

Cádiz und Málaga sind etwas dichter besiedelt als die anderen Provinzen Andalusiens. Und das liegt ganz bestimmt am schönen Wetter. Dabei ist Cádiz immer noch weit von der Besiedlungsdichte Deutschlands entfernt.

 

Hier die Zahlen zum Vergleichen:

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Von den knapp 1,25 Millionen Einwohnern gruppieren sich ca. 650.000 um die Bucht von Cadiz herum. Cadiz Stadt, San Fernando, Chiclana, Puerto Real, El Puerto de Santa María, Rota und Jerez. Weitere 350.000 wohnen um die Bucht von Algeciras bei Gibraltar. Übrig bleiben 250.000, die sich auf die lange Küste, das ausgedehnte Hinterland und ein paar auch in die Berge verteilen.

 

Da bleibt viel Natur übrig, die unter Schutz gestellt ist. Um genau zu sein, über 36% [1] der Landschaft sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, und es werden in den nächsten Jahren noch weitere dazukommen. In Deutschland sind es ca. 28% [2] in Österreich rund  16% [3] und in der Schweiz 12,5% [4]. Eines unserer Mitglieder - die Firma Nebur - bietet auch Umweltdienstleistungen an und hat diese Tätigkeit auf den Tourismus erweitert. Sie sind Umweltberater und stehen für diesbezügliche Fragen zur Verfügung. Einige DMCs der Region bieten auch Incentives und andere Events für den MICE-Bereich an bei denen man zusammen mit einem Mentor und einer örtlichen Naturschutzorganisation beim Schutz des der Ökosysteme mitarbeiten kann. 

 

Eine der wichtigsten Fragen aller Besucher bleibt allerdings die Frage nach dem Wetter.

 
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Das Klima im Überblick
 

Die Temperaturen in der Provinz sind grundsätzlich moderat. Milde Winter, heisse Sommer, komplett ohne Regen und an der Küste keine extreme Hitze. Aber Cadiz ist gross und hat ein ganzes Mosaik unterschiedlicher Landschaften und Klimazonen anzubieten. Zusammenfassend kann man vier Varianten unterscheiden:

• Ozeanisches Mittelmeerklima

• Halbkontinentales Mittelmeerklima mit sehr warmen Sommern

• Subtropisches Mittelmeerklima

• Halbkontinentales Mittelmeerklima mit kalten Wintern

Und dann noch, in einigen Abschnitten der Berge und der Küste, das makaronesische Klima.

Bedingt durch Höhe und Lage gibt es natürlich ein paar Unterschiede auf die im unteren Absatz eingegangen wird. Der kälteste Monat ist der Januar.  Nur selten fällt das Thermometer unter 4°C und die Temperatur im Landesinneren im Sommer steigt meistens nicht über 36 °C. An der Küste kennt man so hohe Werte nicht.

 

Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in den meisten Teilen der Provinz beträgt über 600 mm, während der er im Herzen der Provinz deutlich unter 500 liegt. Die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind recht gross. Eines kann man aber sagen. Wenn es mal regnet, regnet es meist heftig, und danach reisst der Himmel gewöhnlich auch ganz schnell wieder auf.

 

Zwei Winde beherrschen das Wetter. Der Poniente, ein Westwind, der über den Atlantik kommt und eine hohe Luftfeuchtigkeit mit sich bringt. Er ist im Sommer am Strand tagsüber ein gern gesehener Gast, kann allerdings auch im August so kühl sein, dass am Abend eine verfrühte Strandflucht beobachtet werden kann. Und das im südlichsten Süden Europas. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass im Hochsommer am frühen Morgen dicke Nebel-schwaden nicht nur die Küstenregion, sondern auch die Landschaften im Herz der Provinz, bedecken. Der zweite Wind heisst Levante. Er kommt aus der Sahara-Depression - also Südost - und ist warm und trocken, da seine Route über das Meer sehr kurz ist. Manchmal ist er so trocken, dass saftig grüne Wiesen binnen 48 Stunden quasi verdörren. Pustet er etwas stärker, freuen sich die Surfer, aber die Sonnenanbeter suchen dann lieber eine der (Levante-)windgeschützten Buchten auf. Dann ist da noch der reine Ostwind. Er strömt mit beträchtlicher Kraft durch die Meerenge.  Diese kann man sich auch als gigantischen Windkanal vorstellen, und hier entstehen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 36 kmh und Böen von bis zu 150 kmh. Er erzeugt Feuchtigkeit und Nebel in den Bergen des Campo de Gibraltar.

 

Wassertemperatur im Meer 50 m vom Strand gemessen:

Am wärmsten ist das Meer im Juli, August und September bei einer Durchschnittstemperatur von über 21°C. Es kann auch mal 23°C warm werden. Zwischen dem 18. Dezember und  25. April liegt die Durchschnittstemperatur unter 17°C. Eine Temperatur von 14°C ist eher selten. Das Wasser in den Stauseen in den Bergen kann im Sommer etwas wärmer werden. Die Gebirgsbäche sind auch im August noch quietschkühl.

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Klima
 
An der Küste

Mehr Sonnenstunden als der Rest Europas

 

Nur wenige Gegenden auf dieser Welt können mit über 3.000 Sonnenstunden pro Jahr aufwarten. An der Costa de la Luz kann man sogar mehr als 3.100 Stunden Sonne im Jahr geniessen. Regen ist selten und doch fällt so viel, dass die Landschaften erblühen. Der meiste zwischen November und April. Doch selbst an den wenigen Regentagen kommt häufig die Sonne durch. Die Sommer werden nicht zu warm. Nur selten rutscht die Temperatur über 32ºC. An der Küste hat es im letzten Jahrhundert genau zwei mal geschneit. Der Atlantik funktioniert wie eine Klimaanlage, sorgt im Sommer für ausreichend Kühlung und im Winter für Wärme. Die Tagestemperatur liegt dann meistens über 14ºC. Ideale Voraussetzungen also für Outdoor-Aktivitäten das ganze Jahr hindurch. Die vorherrschenden Winde sind West- und Ostwinde. Je näher an der Meeresenge von Gibraltar um so heftiger. Zur Freude aller Surfer.

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Klima
 
In den Bergen

Nichts, was man im äussersten Süden Spaniens so erwarten würde

 

Das Klima von Grazalema ist geprägt durch das Gebirge. Die Meeresbrise vom Atlantik oder Mittelmeer hat hier oben keinen Einfluss mehr. Auf den höchsten Gipfeln fällt fast jeden Winter Schnee. Die meiste Zeit aber liegen die Temperaturen im Winter nicht so tief, dass es schneien könnte. Aber es sieht wunderschön aus. Im Sommer kommen die Temperaturen auf bis zu 28 ºC. Das sorgt dafür, dass man auch in den Bergen fast das ganze Jahr hindurch viele Outdoor-Aktivitäten betreiben kann. Das hohe Gebirge wirkt aber auch als Barriere, an der die Wolken kleben bleiben. So liegt irgendwo im Gebirge von Grazalema der Punkt mit dem höchsten Niederschlag in ganz Spanien. Im Grunde allerdings gibt es hier fast ebensoviele Sonnenstunden wie an der Küste. Viele Spanier schätzen die Berge von Cádiz wegen ihres Klimas sowohl im Sommer als auch im Winter, besonders gerne aber auch im Herbst, für einen entspannten Kurzurlaub.

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Klima
 
Im Hinterland

Das Land dazwischen

 

Zwischen Atlantik und dem Gebirge zieht sich ein Landstrich mit weiten Feldern, lockeren Wäldern und ausgedehnten Weiden; eine grosszügige parkähnliche Landschaft. Das Klima fällt in den subtropischen Mittelmeerraum, wird aber durch den Einfluss des atlantischen Ozeans stark abgemildert. Die Temperaturschwankungen sind geringer und die Luftfeuchtigkeit etwas höher. Nichts desto trotz steigen die Temperaturen hier im Sommer höher und die Trockenheit ist etwas markanter als an der Küste. Dass das Thermometer hier die 40º C-Marke überschreitet, ist nicht aussergewöhnlich. Die im Frühling mit einem Blumenmeer geschmückten Wiesen wandeln sich dann in trockene Steppe. Im Winter ist dann allerdings sehr grün, aber auch - besonders in den Morgenstunden - etwas frischer als an der Küste.

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Geografie

Küste – 285 km

Costa de la Luz - „Küste des Lichts“ so heisst Spaniens schönste Küste. Sie ist die südliche  spanische Atlantik-Küste am Golf von Cádiz und beginnt an der Grenze zu Portugal. Somit erstreckt sich die Costa de la Luz über zwei Provinzen. Der Fluss Guadalquivir bildet hier die Grenze. Das Gebiet südöstlich der Flussmündung gehört zur Provinz Cádiz. Von hier bis an die Grenze zu Malaga erstrecken sich 285 Kilometer Küste die Tarifa, die südlichste Spitze Spaniens und des europäischen Festlandes, inkludiert. Hier beginnt die Meeresenge von Gibraltar, und man ist nur noch knapp 15 km von Afrika entfern. Vorbei an Gibraltar geht es bis an die Costa del Sol. Die Strände der Costa de la Luz liegen also am Atlantik und ein kleiner Teil am Mittelmeer.

 

Flüsse - 35 an der Zahl

Vier grosse Flüsse bestimmen die Geografie von Cádiz:

 

Der Guadalquivir ist 657 km lang und bestimmt somit auch einen grossen Teil der andalusischen Geografie. Er ist der einzige schiffbare Fluss Spaniens. Seine Quelle liegt in einer anderen Provinz – in Jaén – dann fliesst er durch Córdoba und Sevilla bis er nördlich von Cádiz Stadt in den Golf von Cádiz mündet. Im Bereich des Flussdeltas befindet sich der Nationalpark Coto de Doñana und die Marismas del Guadalquivir. Salzsümpfe und Marschland mit einer Ausdehnung von immerhin 2.000 km²

 

Der Guadalete liegt mit einer Länge von 157 km komplett in der Provinz. Er entspringt weit oben in den Bergen von Grazalema und mündet innerhalb der Bucht von Cádiz bei El Puerto de Santa María und beschert dem Städtchen ein malerisches Bild und einen sicheren Hafen. Seine ersten 1000 Meter werden von der Linienschifffahrt genutzt. Seit 2019 ist ein Spazierweg von Jerez (La Cartuja) nach El Puerto de Santa María in Arbeit und 2020 wurde  im "Sonderplan für die Umwelt des Flusses Guadalete" eine Investition von 42 Millionen in 15 Jahren angekündigt, die unter anderem fünf Fahrradtourismusrouten sowie weitere 10 Nebenrouten, Erholungsgebiete und Aussichtspunkte anbietet.

 

Der Barbate kommt auf 80 km. Er entspringt in den der Nähe des Gipfels Picacho zwischen Alcalá de los Gazules und Ubrique und mündet in Barbate ins Meer. Seine Niederungen sind Teil des Naturparks La Breña.

 

Der Guadiaro mit 79 km Länge entspringt bei Ronda und mündet bei Sotogrande ins Mittelmeer.

 

Es gibt sogar einen Honigfluss, den Rio de la Miel mit nur 9 km Länge. Er liegt bei Algeciras eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, die sich für angenehme Wanderungen anbietet

 

Stauseen - 10 grosse 

 

Almodovar                                                              Charco Redondo

Arcos             beliebt für Wassersport                  Guadalcaucin        beliebt für Wassersport

Barbate                                                                    Hurones                   beliebt zum Baden

Bornos                                                                      Valdeinfierno

Celemín                                                                    Zahara                     beliebt für Wassersport

 

Es gibt noch einige kleinere. Den von Grazalema z.B. findet man kaum. Er liegt ganz versteckt über dem Dorf. Der Aufstieg aber lohnt sich, denn die Aussicht nach zwei Seiten ist fantastisch.

Berge – insgesamt  24 Gipfel

10 Gipfel über 1000 und 3 knapp dran.

 

El Torreón                1.648 m bei Grazalema

Pico Simancón       1.569 m bei Grazalema

San Cristóbal          1.554 m bei Grazalema

Pico del Reloj          1.535 m bei Grazalema

Pico del Cerezo      1.488 m bei Grazalema

Navazo Alto            1.395 m bei  Villaluenga

Cerro del Pilar        1.302 m bei Benamahoma

Pico del Aljibe         1.091 m bei Alcalá de los Gazules

Cerro Algarín         1.067 m bei Gastor  

Lijar                          1.051 m bei Algodonales

Pico Silla                   910 m zwischen Benaocaz und Ubrique

El Picacho               888 m bei Alcalá

 

Aber auch an der Küste zwischen Zahara de los Atunes und Algeciras liegen Gipfel die man meisst einfach erwandern kann. Mit einer Höhe zwischen 450 und 850 Metern und landschaftlich wunderschönen Ausblicken. Das Wanderstreckennetz der Provinz Cadiz ist immerhin über 2.000 km lang. Und dann gibt es noch die zahlreichen Höhlen, die sich von der Küste bis in die Nähe der höchsten Spitzen finden lassen. Viele noch nicht komplett erforscht. Mit und ohne Tropfsteine und häufig sogar mit Steinzeitmalereien.

 
Wege nach Cádiz

Andalusien liegt ganz im Südwesten Spaniens. Cádiz liegt ganz im Südwesten Andalusiens.

Es gibt einen grossen Flughafen in der Provinz mit vielen internationalen Flugverbindungen und Direktflügen. Er liegt in Jerez de la Frontera und hat den Code XRY.

Die Entfernung in direkter Luftlinie beträgt:

1.885 km   von Frankfurt/ Main

2.235 km  von Hamburg

2.314 km   von Berlin

1.945 km   von München

2.235 km  von Wien

1.690 km   von Zürich

Die Flugzeit von Frankfurt am Main beträgt knapp 3 Stunden. Und vom Flughafen ans Meer oder in die Berge braucht man mit dem Auto im Schnitt 30 bis 60 Minuten.

Ausserhalb der Provinz gibt es zwei weitere Flughäfen, die im näheren Einzugsbereich liegen.

Sevilla mit dem Code SVQ und Malaga mit Code AGP. Beide sind hervorragend ausgebaut und bieten zahlreiche internationale Direktflüge an. Die Busverbindungen von und zu den Flughäfen sind ein bisschen "tricky" und ändern sich häufiger. Macht man keine Pauschal-reise ist ein Leihauto auf jeden Fall die erste Wahl. Denn innerhalb der Provinz gibt es zwar Busverbindungen, aber bedingt durch die geringe Besiedlungsdichte, gibt es für eine grosse Zahl von Verbindungen häufig nur zwei Termine am Tag.

Reist man mit dem eigenen Fahrzeug an, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Übernacht-ungen, muss man dann aber schon mit einplanen, denn die Strecke beträgt 2.130 – 2.900 km je nachdem ob man von Zürich oder von Berlin startet.

 

Von den beiden schnellsten Strecken führt eine ab Barcelona an der Küste entlang bis nach Valencia und dann weiter im Landesinneren über Manzanares. So kommt man vom Nordosten nach Andalusien. In Andalusien geht es weiter über Bailén, Córdoba, Sevilla und dann kommt auch schon Cádiz. Diese Strecke ist in Andalusien sehr gut ausgebaut. Die andere Möglichkeit ist über das Baskenland nach Spanien einzureisen und dann weiter nach Valladolid, Salamanca und durch die Extremadura. So kommt man eine gute Stunde nördlich von Sevilla nach Andalusien. Von Sevilla aus sind es dann nur noch 90 Minuten bis ins Stadtzentrum von Cádiz. Das sind wiegesagt nur die schnellsten Strecken. Wobei gerade zweite Vorschlag unheimlich interessant ist, denn er führt weite Strecken durch ein noch völlig unbekanntes Spanien.

Manch einer plant auch eine grosse Iberien-Rundfahrt. Nimmt man dann von Portugal kommend  den südlichsten Grenzübergang bei Ayamonte in Huelva, sind es noch knapp 120 km Luftline nach Cádiz. Allerdings übers Meer. Und auch an der Küste entlang kommt man nicht nach Cádiz. Da liegt nämlich der Nationalpark Coto de Doñana und der Fluss Guadalquivir. Durch den Park führen keine öffentlichen Strassen, und über den Fluss gibt es keine Brücken. Die erste liegt in Sevilla. Und so dauert die Fahrt – auch wieder über Sevilla – doch noch gute drei Stunden bis ins Stadtzentrum von Cádiz.

Zugverbindungen nach Spanien sind kompliziert. Dafür ist das Strassennetz um so besser in Schuss. Innerhalb Spaniens ist das Zug-Netz auf Madrid zugeschnitten. Von Madrid nach Sevilla gibt es einen Schnellzug, den AVE. In Sevilla muss man umsteigen, aber manche Züge fahren auch bis nach Cádiz durch. Mit Halt in Jerez und in San Fernando und Endstation in der Hauptstadt der Provinz.

[1] Quelle: juntadeandalucia.es/medioambiente

[2] Quelle: Bundesamt für Naturschutz

[3] Quelle: oerok-atlas.at

[4] Quelle: aargauerzeitung.ch/schweiz/nur-125-prozent-der-landflaeche-sind-schutzgebiete-bund-bei-der-schaffung-im-rueckstand-133703636

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